SVP will beim Bahnhof Nord zuwarten

Die Stadt muss nun endlich mit Sparen beginnen, sonst droht bereits im nächsten Jahr eine Steuererhöhung

Mit einem Aufwand von 460‘000 Franken will der Stadtrat ein Planungsverfahren für die Entwicklung und Aufwertung des Gebietes Bahnhof Nord durchführen.

Mit einer Interpellation vom März 2014 verlangten Stadtparlamentarier der SP die Situation im Quartier zwischen Hauptbahnhof und Rosenbergstrasse neu zu überdenken. Dieses Gebiet sei lange Zeit gemischt für Wohnen und Gewerbe genutzt worden. Heute stehe es eher im Schatten der Entwicklung auf der Südseite des Bahnareales. Mit unbebauten oder unternutzten Landflächen sowie teilweise baufälligen Gebäuden (Villa Wiesental und Klubhaus) bestehe Potenzial für neue Nutzungen an zentralster innerstädtischer Lage direkt beim Bahnhof. Im Vordergrund der SP steht jedoch die Schaffung neuer Begegnungszonen und kultureller Räume sowie die Neuführung des Strassenverkehrs.

Das Gelände Bahnhof Nord ist in der Tat die zentralste Lage in St.Gallen, die noch erheblich besser genutzt werden könnte. Doch um darüber nachzudenken, wie eine Handvoll Liegenschaften, welche in der Hand der Stadt sind, entwickelt werden können, ist es in der heutigen Zeit verantwortungslos eine halbe Million Franken zum Fenster hinaus zu werfen. Vor allem wenn jetzt schon klar ist, dass die FH bereits wieder Platzbedarf hat und sich in naher Zukunft vergrössern wird. Das zu entwickelnde Areal ist prädestiniert für eine Erweiterung der FH. Der vom Stadtrat vorgeschlagene Planungsperimeter ist ohnehin viel zu gross, da 90% der Gebäude nicht in der Hand der Stadt sind und ohnehin nicht von der Stadt entwickelt werden können.   

Aus Sicht der SVP macht es daher keinen Sinn, jetzt viel Geld für ein Planungs-Brainstorming auszugeben, das dann vielleicht  eine Palette von kreativen oder gar utopischen Vorschlägen bringt, aber die Resultate nie umgesetzt werden können, weil dem Bildungsstandort ohnehin der Vorrang gegeben werden muss. Aus Sicht der SVP müsste die Stadt zuerst mit dem Kanton und der FH suchen, bevor über deren Köpfe geplant und entwickelt wird. Dazu braucht es aber vorerst keine halbe Million an Steuergeldern.  

In der Stadt bestehen ohnehin genügend planerische Baustellen, die eine höhere Priorität besitzen, um gelöst zu werden (z.B. Marktplatz, Waaghaus, Schulhäuser u.a.m.).

An der letzten Sitzung des Stadtparlaments hätte viel Geld gespart werden können, doch der Sparantrag der SVP wurde von der Raatslinken erfolgreich bekämpft. Dies muss nun nachgeholt werden, denn wenn das Parlament weiterhin die Steuergelder leichtsinnig verschleudert, dann müssen schon bald die Steuern erhöht werden. Das will die SVP-Fraktion mit allen Mitteln verhindern und wird deshalb das Kreditbegehren des Stadtrates an der kommenden Stadtparlamentssitzung bekämpfen und hofft auf die Unterstützung der anderen bürgerlichen Fraktionen.

Kontakte:

Karin Winter-Dubs

Jürg Brunner

                                              

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